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8. März 2018
Hamburg
Burlesque Festival
«The Opium Den»
Prinzenbar
Am Wochenende vom 8. - 10. März fand in der Hansestadt Hamburg das zweite Internationale Hamburg Burlesque Festival statt. Ich durfte über den Anlass berichten.
Die Berliner Burlesque Ikonen Marlene von Steenvag und Else Edelstahl haben am Donnerstag in die Prinzenbar auf der Reeperbahn zum Eröffnungsabend geladen. Der Anlass stand unter dem Motto «The Opium Den». Lokale auf dem Hamburger Kiez haben alle eine Geschichte. Die Prinzenbar zum Beispiel war 1905 das erste Lichtspielhaus in der Hansestadt. Die ersten bewegten Bilder zeigten eine Burlesque Tänzerin. Der Eintritt für so eine Vorführung betrug 35 Pfennig.
Eve Champagne, die bei allen Shows souverän und mit ihrem manchmal etwas schlüpfrigen Humor, aber immer mit grossem Stil durch den Abend führte, ist ein echtes St. Pauli Kind und macht diverse Führungen in ihrem Revier. Kein Wunder das sie ein grosses Wissen besitzt und spannenden Details von St. Pauli zu erzählen weiss. Die Prinzenbar hat eine nicht alltägliche Architektur. Man steigt zuerst nach unten, wo sich auch die Garderobe befindet und dann die Treppe im Inneren wieder hinauf, wo man den Saal betritt.
Die Wände sind voll mit Verzierungen und Figuren. Die hohe kuppelförmige Decke ist bunt bemalt und in der Mitte ist ein grosser Kronleuchter der die moderne Lichttechnik gekonnt verdeckt, aber nicht im Weg ist.
Mit anderen Worten, schon bei der Location kam man nicht mehr aus dem Staunen heraus.
Eine Gruppe von vier Damen in Meerjungfrauen-Kostümen betraten zu Beginn die Bühne. Mit einer Bauchtanz-Choreografie wurde das Publikum ein erstes Mal verführt.
Aus der Schwaben-Metropole Stuttgart reiste Raunchy Rita an. Als Bauarbeiter verkleidet zeigte sie eine Parodie auf die Männerdomäne in diesem Beruf und dessen klischeehaftes Verhalten nach Feierabend, wenn der Mann nur ein Bierchen trinken und die staubigen Klamotten los werden will. Raunchy Rita gibt nebenbei Workshops zum Thema Sinnlichkeit, Ausdruck und Ausstrahlung. In der gezeigten Performance kam vor allem der Ausdruck zum Tragen. Sinnlich war das Gezeigte nur bedingt. Der Start in die Show und das Festival war jedenfalls so richtig lanciert.
Natürlich durfte die obligatorische Frage nicht fehlen, wer im Publikum zum ersten Mal eine Burlesque Show besuchte. Ebenfalls gehen zu diesem Zeitpunkt diverse Arme in die Höhe. Eve Champagne umschrieb Burlesque als Striptease mit Geschichte. Besser kann man diese fast unendlich kreative Form des Tanzens und der erotischen Darstellung nicht auf den Punkt bringen. Der Hamburgerin merkte man die Verbundenheit und die Begeisterung fürs Burlesque bei jeder Moderation an.
Lulu Applecheek war die erste von drei Schweizer/innen, die in Hamburg auf der Bühne standen. Im Fall von Lulu war es mehr auf der Bühne beziehungsweise auf dem Klo sitzen. Mit ihrer Nummer «Private Time – Geisha’s Mistake» wollte die Schweizerin einen Moment im Leben zeigen, der alles andere als sexy ist. Zugegeben die Performance war gewöhnungsbedürftig, aber sehr spassig.
Dank Sally Oh Spitfire, Tara D’Arson und den vier zauberhaften Damen von «The Guilty Pleasures» gab es klassische, schöne Burlesque-Nummern, bevor es dann wieder richtig grotesk wurde. Die beiden Schwergewichte von «The Ravishing Byrds Burlesque» aus Schweden setzten dann mit ihrer Performance, die man gar nicht so richtig um schreiben kann, den Schlusspunkt.
Der erste Abend des Hamburg Burlesque Festival war ein richtiger Kracher und machte Lust auf mehr. Leider durfte ich in der Prinzenbar keine Fotos machen, da es schon sehr viele Fotograf/Innen hatte.
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9. März 2018
Hamburg
Burlesque Festival
«The Dark Circus»
Gruenspan
Der Freitag fand im einiges grössern Lokal namens Gruenspan statt. Diese Location ist nicht weniger attraktiv und ein sehr passender Ort für ein Burlesque Festival. Unter dem Motto «The Dark Circus» stellte Marlene von Steenvag und Else Edelstahl eine sehr unterhaltsame Mischung aus klassischem Burlesque, einer akrobatischen Bondage-Nummer und allerlei düstere humorvoll umgesetzt. Wie zum beispiel die Frankenstein Parodie vom deutschen Trio The Treatures.Für gute Unterhaltung war zweifellos gesorgt.
Die Ehre, den Abend zu eröffnen, gebührte Liu Boheme. Die Schweizerin trat mit einem japanischen Kimono und einem grossen chinesischen Schirm auf die Bühne. Liu kombiniert offensichtlich bei ihrer Performance gerne asiatische Kulturen. Zum Schluss kam dann noch ein grosser Fächer zum Einsatz. Liu Boheme zeigte eine sehr aufwendige Nummer mit vielen Elementen.
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Burlesque hat bekanntlich viele Gesichter, da hat Bondage – ein Fessel-Fetisch ebenfalls seinen Platz. Zwei, die diese Kunst perfekt beherrschen und das ganze in eine akrobatische Performance verpackten, sind die Niederländerinnen Natsumi Scarlett und Dutch Dame. Die beiden perfektionierten diese Technik so, das Dutch Dame schussendlich an einem Haken hing. Dass das Ganze nicht ungefährlich ist, sah man am angespannten Gesichtsausdruck von Natsumi Scarlett an. Sie war steht’s bereit, die Knoten zu lösen und ihre Partnerin zu befreien. Die Performance wirkte sehr spektakulär und war schön anzusehen.
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Mein persönliches Highlight am Freitag war der fulminante Auftritt von Jean Rockmore. Die junge Frau ist eine Schülerin der «Berliner Burlesque Academy». Sie hat sich vom Stage Kitten bis zu ihrem Auftritt an diesem hochkarätig besetzten Festival hochgearbeitet. Die Chance, die sie bekam, hat sie voll und ganz genutzt. Mit wunderschönen Bewegungen und einem schlichten Kostüm verzauberte sie das Publikum bis in die hinterste Ecke des Balkon. Das war schlicht grossartig.
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Die Hamburgerin Eve Champagne sorgte mit ihren Bemerkungen und Anekdoten für die gute Stimmung.
im Laufe des Abend zeigte Eve ihr Talent als Burlesque-Tänzerin. Auch da durfte ihre humorvolle Art nicht fehlen. Nach ihrer Darbietung schlüpfte sie in einen Friesen-Nerz. Dies ist nichts anderes als eine gelbe Plastik-Regenjacke.
Die Zeit im Gruenspan verging wie im Flug und die Darbietungen übertrafen sämtliche Erwartungen.
Wenn man denkt, es kann nicht mehr besser werden, kommt Kiki Beguin aus Frankreich als Schwarzer Todesengel. Die düsterste Nummer des Abends Jedoch passte diese ideal ins Line-up.
Zusammenfassend war es eine hervorragende Mischung aus Burlesque und Cabaret Bizzare, unterhaltend und für jeden Geschmack etwas dabei. Leider hatte ein Pärchen hinter mir etwas andere Vorstellungen von so einer Show und mussten dies die ganze Zeit abwertend kommentieren. Schade. Denn an den Darbietungen gab es nicht auszusetzen.
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